Die «Büli-Mäss» verkauft auch Emotionen

von Mark Eberli

Für den offiziellen Teil des Eröffnungstags verantwortlich waren OK-Präsident Christian Gerber, Stadtpräsident Mark Eberli, Regierungsrat Ernst Stocker und Werner Scherrer, Präsident KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich.
Foto: Sibylle Meier

Bülach im Zeichen des Gewerbes

Ruth Hafner Dackerman im ZU-Online / Zürcher Unterländer vom 28.10.2023

Freitagnachmittag kurz nach Eröffnung der «Büli-Mäss» auf dem Areal der Stadthalle: Peter René Hiltebrand und Sohn Peter von der Kunstschlosserei in Höri begrüssen an ihrem Stand die ersten Gäste. Die beiden sind an jeder «Büli-Mäss» dabei. Ihnen geht es weniger um den materiellen Erfolg als vielmehr darum, Emotionen zu verkaufen: «Wir wollen, dass die Besucher etwas selbst herstellen können und so auch etwas erleben.» Dadurch bleibe ihr Firmenname im Gespräch. Hiltebrand hofft, dass Messen wieder Aufwind bekommen. «Der persönliche Kontakt ist ein Gegentrend zum Onlinehandel.»

Auch Claudia Haltinner und Roger Orell betreiben einen Stand. Ihre Suederei bietet nicht nur Seifenprodukte, sondern auch individualisierte Kundengeschenke an. Dass es sich lohnt, an der «Büli-Mäss» teilzunehmen, steht für Haltinner ausser Frage. «Man muss längerfristig denken.» In ihrem Fall seien auch andere Aussteller potenzielle Kunden.

Adrian Kunz führt ein Malergeschäft in Bülach und ist auf Denkmalpflege spezialisiert. Er ist zum ersten Mal an einer «Büli-Mäss»: «Am wichtigsten ist es, hier gesehen zu werden.» Beat Eigenmann, der am Stand des Weinkellers Höri edle Tropfen präsentiert, sieht das ähnlich: «Wichtig ist vor allem die Kundenpflege.»

Etliche Aussteller bieten Messerabatte. Hanspeter Frei vom Autocenter Bülach-Süd AG will aber alle Kunden gleich behandeln. «Wir setzen nicht auf Rabatte, sondern auf das Knüpfen von Kontakten.»

Informieren und Ausprobieren

Die Gäste der Messe verschaffen sich derweil einen ersten Überblick. Silvia Wohlgemuth und Conny Stössel probieren am Stand von Just verschiedene Produkte aus. Sie seien bewusst hierhergekommen, um einige Artikel zu erstehen. Zudem sei es auch interessant, sich an der Messe über neue Produkte ins Bild zu setzen.

Genau das haben sich auch Alice und Ueli Wepfer aus Glattfelden vorgenommen. Die beiden haben Bülacher Wurzeln und kommen immer wieder gern an die «Büli-Mäss»: «Wir freuen uns darauf, Bekannte zu sehen und neue Leute kennen zu lernen.» Einige Stände gehören für die beiden zum Pflichtprogramm, das sie sich vorgenommen haben. «Zudem möchten wir uns vom Angebot inspirieren lassen.» Am Stand von Beat Hildebrandt Wein stossen sie mit einem Glas einheimischen Wein an. «Auf eine tolle ‹Büli-Mäss›.»

Mehr als Verkaufen

Bevor die Messe offiziell eröffnet wurde, begrüsste Christian Gerber, Präsident der «Büli-Mäss» und des Gewerbevereins Bülach, Aussteller und Gäste mit den Worten: «Die Messe hat Tradition. Sie wird noch viele Jahre weiter bestehen. Kreativität ist der Herzschlag der Messe.» Auch Stadtpräsident Mark Eberli war zur Stunde der Eröffnung dabei. Er betonte, dass es bei diesem Anlass um Begegnungen, Erlebnisse und Austausch gehe: «Man soll neue Produkte kennen lernen und die Vorteile im Vergleich zum Onlinehandel erkennen.» Werner Scherrer, Präsident KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich, vergleicht die Gewerbeausstellungen mit Leuchttürmen. «Man sieht, was abgeht, man spürt die Menschen.»

Auch Regierungsrat Ernst Stocker kam am Freitagnachmittag in die Bülacher Stadthalle. Ihm gefiel besonders das Motto «Gewerbe zum Anpacken». Es gehe nicht darum, einen neuen Kühlschrank zu kaufen, sondern das einheimische Schaffen zu sehen.

Zurück