Verzicht auf 2. Wahlgang als Bülacher Stadtpräsident

18. März 2026

Nach sorgfältiger Abwägung verzichte ich auf eine Teilnahme am zweiten Wahlgang. In meiner Stellungnahme erläutere ich die Beweggründe für diesen Entscheid:

Als ich 1992 bei der Stadt Bülach meine erste Arbeitsstelle antrat und vor 20 Jahren in den Stadtrat gewählt wurde, hätte ich mir noch nicht vorstellen können, dass ich mich so lange und mit so viel Herzblut für unsere Stadt engagieren würde. In den letzten zwölf Jahren übte ich mit grosser Freude und Motivation das anspruchsvolle Amt des Stadtpräsidenten aus. Es war und ist auch in Zukunft mein grösstes Anliegen, die besten Lösungen für Bülach zu finden und unserer Stadt mit all seinen Herausforderungen aktiv und positiv mitzugestalten.

Der Wahlkampf der vergangenen Monate für eine vierte Amtsperiode war für mich persönlich und mein unmittelbares Umfeld sehr intensiv und emotional. Die negative Kampagne gegen mich persönlich und die starke Fokussierung auf einzelne Ereignisse – etwa die PUK oder personelle Veränderungen in der Verwaltungsführung – haben meinen Leistungsausweis aus dieser und früheren Legislaturen stark in den Hintergrund gedrängt. Es ist mir bewusst, dass rückblickend jeder Prozess, jedes Projekt Verbesserungspotential hat und aus heutiger Sichtweise und jetzigem Wissen auch andere Lösungen möglich gewesen wären. Wer mich kennt, weiss, dass diese Darstellungen weder meiner langjährigen Arbeit, meiner reichen Erfahrung und dem vertieften Verständnis für komplexe politische Zusammenhänge, noch der Verbundenheit und Leidenschaft gerecht werden, mit der ich mich für Bülach und seine Menschen eingesetzt habe.

Die Wahl vom 8. März hat meine Arbeit als Stadtrat klar bestätigt. Dafür danke ich allen Wählerinnen und Wählern herzlich, die mit ihrer Stimme ihr Vertrauen in mich und meine Arbeit ausgesprochen haben. Der knappe Stimmenunterschied in der Wahl zum Stadtpräsidium anerkenne ich. Die Umstände des Wahlkampfs, die zu diesem Resultat geführt haben, habe ich in den vergangenen Tagen sorgfältig reflektiert und mit meinem Umfeld besprochen. Dabei bin ich zum Schluss gekommen, dass ich mich für den zweiten Wahlgang für das Stadtpräsidium nicht mehr zur Verfügung stellen werde, obwohl mich zahlreiche Menschen dazu ermutigt und ihre Unterstützung zugesichert haben.

Dieser Entscheid ist mir nicht leichtgefallen. Sehr gerne hätte ich meine Arbeit als Stadtpräsident für eine weitere Amtsperiode mit Begeisterung fortgesetzt und die über Jahre erarbeiteten Projekte weitergeführt. Gleichzeitig bin ich jedoch zur Überzeugung gekommen, dass die Art des Wahlkampfs, der auf Diffamierung setzt, weder dem Image unserer Stadt entspricht noch für meine Frau, meine Familie und mich weiterhin tragbar ist.

Umso mehr freut es mich, dass mit Frauke Böni als amtierende Stadträtin eine kompetente und engagierte Persönlichkeit bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich im zweiten Wahlgang für das Stadtpräsidium zur Wahl stellt. Sie ist in der Bevölkerung breit abgestützt und in der Verwaltung und Politik sehr geschätzt. Das Vertrauen der Bevölkerung hat sich nicht zuletzt in einem Glanzresultat bei den Gesamterneuerungswahlen gezeigt. Frauke Böni ist eine starke und verbindende Persönlichkeit und wird wichtige Projekte – etwa das geplante Kultur- und Begegnungszentrum – mit grossem Engagement weiterführen.

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